Wildnisbildung im Nationalpark

Wildnis als Lernraum für nachhaltige Entwicklung

Die Wildnisbildung und ihr besonderer Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung ist ein wichtiges Thema der Bildungsstätte. Im Fokus der Praxis steht das innovative Waldscout-Projekt, das in Kooperation mit dem Nationalpark Kellerwald-Edersee und der NAJU Hessen durchgeführt wird. Das Nachdenken über den eigenen Lebensstil und den Schutz der Biologischen Vielfalt spielt eine wichtige Rolle.

Beim Waldscout-Projekt gehen Schulklassen und Jugendgruppen auf eine 24-stündige Expedition in die Wildnis des Nationalparks. Sie packen ihren ökologischen Zivilisations-Rucksack, leben in einem einfachen Waldbiwak und gestalten als Gäste der Wildnis ein nachhaltig ausgerichtetes Campleben. Bei Erkundungs-Projekten lernen sie die biologische Vielfalt der Wildnis kennen.

Das Waldscout-Projekt wurde von 2009 bis 2013 von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), der Stiftung Hessischer Naturschutz (SHN) und der Sparkassenstiftung Waldeck-Frankenberg gefördert. Es wird in einer langfristigen Kooperation mit dem Nationalpark Kellerwald-Edersee fortgeführt. Den theoretischen Hintergrund des Projektes bildet das Konzept der Wildnisbildung.

Das Konzept der Wildnisbildung

Das Konzept der Wildnisbildung ist durch die handlungsorientierte Verknüpfung von Naturerleben und ökologischer Bildung anhand konkreter Wildnis-Phänomene mit dem Fokus der Reflexion des Verhältnisses von Mensch und Natur charakterisiert. Hierbei spielen die Nachhaltigkeits-Perspektiven Partizipation, Vernetzung, Mehrdimensionalität, globaler Blick und Generationenfolge eine wichtige Rolle. Die Wildnisbildung versteht sich als Teil der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Sie ist durch sieben wichtige Ziele charakterisiert:

 

  1. Das intensive Erleben von verwildernder, eigensinniger Natur zwischen Harmonie und Chaos, um Naturvertrautheit und ein realistisches Naturverständnis entwickeln zu können.
  2. Das leibliche Erspüren der eigenen empfindlichen und lebendigen Natur des Menschen durch elementare Naturerfahrungen.
  3. Das eingehende Nachdenken über Sinnfragen mit dem Blick auf den eigenen Lebensstil und die Begrenzung eigener materieller Ansprüche.
  4. Das Entdecken und Erkunden der biologischen Vielfalt mit ihrer großen Bedeutung für den Menschen.
  5. Das konkrete Erfahren der ökologischen Wechselwirkungen zwischen Mensch und Mitwelt als Grundlage kompetenter Urteilsbildung im Alltag.
  6. Die individuelle Erfahrung und Auseinandersetzung mit dem kulturellen Konzept "Wildnis" als Ergänzung zur Zivilisation.
  7. Das Erleben der Wildnis als Ort persönlicher Freiheit in einer demokratischen Gesellschaft.

 

Zentrale Aufgabe der Wildnisbildung ist es, durch intensive Naturerfahrungen vielfältige Anlässe zum Nachdenken über das individuelle und gesellschaftliche Verhältnis von Mensch und Natur anzubieten. Das Wildnisverständnis "Natur Natur sein lassen" mit seiner Aufforderung, die wilde Natur als Gast zu erleben und nicht verändernd in sie einzugreifen, ist hierbei ein wesentlicher Lernfaktor.

Weitere Informationen: Weitere Informationen zum Bildungsprojekt und zur Wildnisbildung finden sich auf der Waldscout-Projektseite.

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